Lebenslauf

Schule und Studium

Porträt Haftmanns Werner Haftmann zu Beginn der 1930er Jahre

Werner Haftmann wurde am 28. April 1912 im damals westpreußischen Głowno geboren. Nach dem Abitur in Magdeburg im Jahr 1932 studierte er in Berlin, wo er unter anderem mit Otto Dix, Gerhard Marcks, Karl Hofer und Werner Gilles Bekanntschaft machte. Er erhielt ein Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes und veröffentlichte in der Zeitschrift Kunst der Nation seinen ersten kunstwissenschaftlichen Artikel über moderne Kunst.

Nach dem Vorwurf der »bolschewistischen Zersetzung« durch Ordinarius Prof. Albert Erich Brinckmann Ende 1933 setzte Haftmann sein Studium ab 1934 in Göttingen bei Professor Georg Graf Vitzthum fort. Hier lernte er auch Ernst Wilhelm Nay kennen, dem er Zeit seines Lebens freundschaftlich verbunden blieb.

1935 machte er Bekanntschaft mit der Atelier-Gemeinschaft Klosterstraße in Berlin, der neben dem Maler Werner Heldt sowie den Bildhauern Hermann Blumenthal und Ludwig Kaspe, auch Käthe Kollwitz und Gerhard Marcks angehörten.

1936-1940: nach der Promotion in Florenz

Buchtitel Haftmanns Dissertation: Das italienische Säulenmonument, 1939

1936 wurde Haftmann in Göttingen zum Dr. phil. promoviert. Sein Dissertationsthema – Das italienische Säulenmonument. Versuch zur Geschichte des Denkmals und Kultmonumentes und ihrer Wirksamkeit für die Antikenvorstellung des Mittelalters und für die Ausbildung des öffentlichen Denkmals in der Frührenaissance – führte ihn im selben Jahr ans kunsthistorische Institut in Florenz, wo er bis 1940 unter Prof. Friedrich Kriegbaum Assistent war.

Neben Werner Haftmann arbeiteten zur selben Zeit auch die Kunstwissenschaftler Herbert Siebenhüner und Robert Oertel am Institut. Zugleich lernte er die später renommierten Kollegen Bernard Berenson, Wolfgang Lotz, Martin Weinberger und Ulrich Middeldorf kennen; letzterer leitete später seinerseits das Institut von 1953 bis 1968. Auch die Künstler Hans Purrmann und Toni Stadler gehörten zu Haftmanns Florentiner Bekanntenkreis. Bei Purrmann traf er mit Werner Gilles zusammen.

Auf der Pariser Weltausstellung sah Werner Haftmann im Sommer 1937 Picassos »Guernica«, worauf er gemeinsam mit Daniel-Henry Kahnweiler den Meister in der Rue des Grands Augustins besuchte.

Zurück in Italien führte Haftmann im Dezember 1937 durch die Uffizien: »Botticelli und die Kunstpflege des Lorenzo Magnifico« sowie »Die Bildteppiche des Hauses Medici und ihre Manufaktur« waren die Themen. Im Juni 1938 reiste er für drei Monate mit dem Maler Toni Stadler nach Griechenland.

Ein Angebot Julius von Schlossers, als Assistent und Privatdozent an das kunsthistorische Institut in Wien zu wechseln, lehnte er 1939 ab. Möglicherweise lag dies in der Person Hans Sedlmayrs begründet, der zu jener Zeit der dortige Ordinarius war.

Nach der Mitarbeit bei der großen Florentiner Cinquecento-Ausstellung hielt sich Werner Haftmann zu Beginn des Jahres 1940 in Rom auf, wo es zu einem heftigen Streit mit dem offen antisemitisch agitierenden Berliner Kunsthistoriker Wilhelm Pinder kam. Haftmanns persönlichen Aufzeichnungen zufolge führte dies im März 1940 zur Entlassung aus dem kunsthistorischen Institut in Florenz und bis Sommer zu einer kurzzeitigen Beratertätigkeit für ausländische Kunstbücher im dortigen Verlag Sansoni.

1940-1946: Kriegsdienst und Gefangenschaft

Soldaten und ein Mönch Montecassino 18.2.1944: Soldaten bringen den Abt des Klosters in Sicherheit. Im Hintergrund Werner Haftmann (4. v. li.)

Von Juli 1940 bis Januar 1941 war Haftmann bei der deutschen Verbindungsdelegation zur italienischen Waffenstillstandskommission mit Frankreich in Turin als Sekretär und Dolmetscher beschäftigt, anschließend bis 1944 als Verbindungsoffizier. An der Evakuierung von Kunstgegenständen aus dem von den Allierten bombardierten Kloster Montecassino südlich von Rom im Winter 1943/44 war Haftmann maßgeblich beteiligt.

Während dieser Zeit schloss er 1942 Freundschaft mit dem späteren EG-Kommissionspräsidenten Franco Malfatti, dem Verleger Giulio Einaudi, den Schriftstellern Cesare Pavese und Elio Vittorini sowie dem Maler Renato Guttuso. Zur selben Zeit besuchte er Henri Matisse in Nizza.

Nach kurzen Ausbildungsphasen in Wiesbaden kehrte Haftmann nach Turin zurück, wo er wenige Tage vor Kriegsende am 2. Mai 1945 in Gefangenschaft geriet. Erst ein Jahr später, am 18. Mai 1946, folgte die Entlassung, worauf Haftmann nach Bremen zog.

1946-1950: von Bremen nach München

Porträt Haftmanns Werner Haftmann 1949

Kurz nach seiner Ankunft in Bremen, die mit seiner Freundschaft zu Christoph Graf Dönhoff in Zusammenhang steht, welcher zur selben Zeit aus der Gefangenschaft entlassen wurde, lernte Werner Haftmann dessen Schwester Marion Gräfin Dönhoff kennen. Ende 1946 wurde er fester Mitarbeiter der Feuilletonredaktion der in Hamburg erscheinenden Wochenzeitschrift Die Zeit.

Die Jahre zwischen 1947 und 1950 waren durch einige Reisen und zahlreiche Umzüge gekennzeichnet. Haftmann wohnte zunächst in der Nähe von Kalkar, 1948 in Murnau und seit 1949 in Gauting. Freundschaften entstanden zu den Malern Hermann Teuber und Willi Baumeister. Durch E.W. Nay wurde er auf den Bildhauer Hans Uhlmann aufmerksam.

eine Gruppe von Männern steht an einem Tisch Werner Haftmann (ganz links) als Mitglied der Jury des Blevin-Davis-Preises in München 1950 – gemeinsam mit Ernst Günter Troche, Ewald Mataré, Hans Konrad Röthel und Willi Baumeister

Im September 1949 – während seiner Mitarbeit am dortigen Central Collecting Point – nahm Werner Haftmann am »2. Deutschen Kunsthistorikertag« in München teil, wo es zu einer Kontroverse mit Hans Sedlmayr kam, der im Zusammenhang mit der bis zu den »Darmstädter Gesprächen« 1950 (und darüber hinaus) heftig geführten Diskussion um den (vermeintlichen) Gegensatz von figürlicher und abstrakter Malerei für die erstgenannte Richtung eintrat.

Im August 1949 besuchte Haftmann Ernst Wilhelm Nay in Hofheim/Taunus. Im November nahm er eine Beschäftigung als freier Mitarbeiter bei der Chefredaktion »Kultur und Erziehung« des Bayerischen Rundfunks in der Sendereihe Kunst und Kritik auf. Im Februar 1950 wurde Haftmann Mitglied der Jury des Blevin-Davis-Preises in München. Im September hielt er sich wieder in Florenz auf und wurde Mitglied im Komitee der Mostra della Pittura Contemporanea Italiana in Germania.

1951-1956: Hamburg und Venedig

Haftmann am Schreibtisch Werner Haftmann in den 1950er Jahren

Am 1. April 1951 trat Werner Haftmann eine Stelle als wissenschaftlicher Angestellter bei der Landeskunstschule in Hamburg an, die er bis 1955 innehatte. Im selben Jahr wurde er Mitglied der Association Internationale des Critiques d’Art AICA, ein Jahr später für drei Jahre Mitglied im Vorstand des Hamburger Kunstvereins.

1953/54 lernte er während eines Aufenthalts in Venedig durch den Komponisten Luigi Nono den noch jungen Maler Emilio Vedova kennen. Eine weitere Bekanntschaft zu dem Maler Fred Thieler, Mitbegründer der Gruppe ZEN 49, fiel ebenfalls in diese Zeit. Von Herbst 1954 bis März 1955 ließ er sich für das Wintersemester in Hamburg beurlauben, forschte in Venedig und lernte dort Arnold Bode kennen, mit dem er die Idee zur documenta entwickelte.

1954 erschien sein Standardwerk Malerei im 20. Jahrhundert, das bis heute in neun Auflagen und in mehreren Sprachen publiziert wurde. Im Februar 1955 hielt Haftmann vor der Pariser Association Culturelle Franco-Allemande einen Vortrag über Paul Klee. 1955/56 bereiste er für längere Zeit Griechenland, die ostgriechischem Inseln, Konstantinopel und Westanatolien.

Buchtitel Skizzenbuch zur Kultur der Gegenwart, 1960

In das Jahr 1955 fiel seine erste Beteiligung als kunsthistorischer Leiter der documenta in Kassel, die er gemeinsam mit Bode konzipierte und durchführte. Herbst und Winter 1956 verbrachte er erneut in Venedig. Eine Berufung als Extraordinarius für Kunstgeschichte an der Technischen Hochschule Karlsruhe lehnte er ab.

1957-1966: arbeitsreiche Jahre zwischen Europa und Übersee

Von Februar 1957 bis 1986 hatte Werner Haftmann seinen Hauptwohnsitz in Gmund am Tegernsee. Er blieb weiterhin Mitarbeiter des Bayerischen Rundfunks in der Sendereihe Kunst und Kritik sowie der Zeit.

Im August 1957 arbeitete er in New York an der ersten großen Nachkriegs-Ausstellung über German Art in the Twentieth Century im Museum of Modern Art mit und begann mit der Arbeit an der Nay-Monografie, die 1960 bei DuMont erschien. Mit dessen Verleger Karl Gutbrod veröffentlichte er in der Folge weitere Bücher.

Haftmann mit einer jungen Dame am Tisch Haftmann während der documenta III im Jahr 1958. Links Krista Gutbrod, die mit Haftmanns Freund und Verleger Karl Gutbrod verheiratete Tochter Willi Baumeisters.

In der Münchner Galerie van de Loo lernte er 1958 Asger Jorn kennen. Zur selben Zeit war Haftmann als Leiter der Akademie der Künste in München im Gespräch. Das Frühjahr 1959 über verbrachte Haftmann größtenteils in Paris; zugleich hatte er die kunstwissenschaftliche Leitung der documenta II inne. Aufenthalte in New York und London schlossen sich an. Im Herbst desselben Jahres folgte er in seiner Eigenschaft als Mitglied des Internationalen Kunstkritikerverbandes AICA einer dreiwöchigen Einladung nach Brasilien durch die dortige Regierung.

Äußerst ereignis- und arbeitsreich wurden die Jahre zwischen 1960 und 1965. Zeitgleich mit der Veröffentlichung seiner Sammlung von Aufsätzen und Reden Skizzenbuch zur Kultur der Gegenwart war Haftmann 1960 Jury-Mitglied sowohl der Biennale in Venedig als auch des International Guggenheim Award in New York (erneut 1964) sowie des großen Kunstpreises Nordrhein-Westfalen. Zudem wurde er 1960 Mitglied der Ankaufskommission für moderne Kunst bei den bayerischen Staatsgemäldesammlungen in München. Dieses Amt bekleidete er bis 1966.

zwei Männer gestikulieren heftig Haftmann diskutiert mit Ernst Wilhelm Nay, 1964

Neben Aufenthalten in Frankreich bereiste Haftmann im Mai 1961 Apulien. Am 25. Oktober besuchte er zu dessen 80. Geburtstag Pablo Picasso im maritimen Ort Vallauris. Im Jahr 1962 verlieh ihm die Stadt Hamburg aufgrund seines kunstschriftstellerischen Wirkens den Lessing-Preis. Eine weitere Jury-Mitgliedschaft in Venedig schloss sich an.

Die erste Hälfte des Jahres 1963 verbrachte Werner Haftmann auf zwei längeren Vortragsreisen. Die erste führte ihn im Januar nach Oslo, Stockholm und Kopenhagen, wo er über »Moderne Malerei und Musik« sprach. Auf der zweiten Reise in den Orient im März und April mit Aufenthalten in Kairo, Beirut und Ankara referierte er über »Maß und Form in der deutschen modernen Malerei«.

1964 erhielt er die Goethe-Plakette des Landes Hessen. Nach seiner dritten Verantwortung für die documenta im gleichen Jahr beendete er (wie auch sein Partner Arnold Bode) seine dortige Tätigkeit. Im Jahr darauf hielt er sich wieder für einige Monate in Paris auf.

1967-1974: Berliner Jahre

1967 berief die Stiftung Preußischer Kulturbesitz Werner Haftmann zum Professor und Direktor der Nationalgalerie in Berlin (West), die ein Jahr später den Neubau von Ludwig Mies van der Rohe bezog. Dieses Amt, das er bis 1974 inne hatte, war begleitet von zahlreichen großen Ausstellungen sowie Katalogtexten. Sein Hauptaugenmerk richtete Haftmann dabei auf den Wiederaufbau der von den Nationalsozialisten zerstörten Sammlung moderner und zeitgenössischer Kunst.

Auf dem Höhepunkt seiner Reputation wurde er Mitglied in zahlreichen nationalen und internationalen Jurys und Kommissionen, darunter im Auswahlausschuss der Villa Massimo in Rom, der Cité internationale des Arts in Paris, der Jury des Berliner Kunstpreises oder der Jury des Hakone-Open-Air-Museums in Tokio. Darüber hinaus war Haftmann Mitglied des Verwaltungsrates des Kulturkreises im Bundesverband der deutschen Industrie.

1968 folgte er Einladungen zu Vortragsreise nach Ankara, Athen, Thessaloniki, Rom, Mailand und Tokio. Auf den europäischen Stationen sprach er über »Kandinsky und die Entstehung der abstrakten Malerei«. 1970 wurde seine drei Jahre zuvor geschlossene Ehe mit Roswitha Viollet geschieden.

ein Mann und eine Frau im Garten Werner Haftmann mit Elisabeth Nay, Anfang der 1970er Jahre

1971 wurde Haftmann Mitglied der Akademie der Künste Berlin. Seit diesem Jahr arbeitete er neben seiner Tätigkeit in Berlin und den vielen weiteren Aufgaben auch an einem Buch über Marc Chagall, das 1972 und danach in weiteren Auflagen erschien – begleitet durch eine Ausstellung in Paris im Jahr 1972 und mehrere Besuche bei Chagall zwischen 1971 und 1973. Darüber hinaus ist es unmöglich, an dieser Stelle seine unzähligen Auslandsaufenthalte zu Ausstellungen, Nachlass-Angelegenheiten, Buchprojekten und Museumseröffnungen aufzuzählen.

1973 wurde Werner Haftmann mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland geehrt, 1974 – anlässlich seines Ausscheidens aus der Nationalgalerie – mit der Ernst-Reuter-Plakette der Stadt Berlin. Im Mai 1974 war er Mitglied der Jury der Biennale in Florenz. Am 30. September hielt er seine Abschiedsrede in der Nationalgalerie, die ihn mit der Ausstellung Freunde danken Werner Haftmann bedachte. Im Oktober verlegte er seinen Hauptwohnsitz wieder ins oberbayerische Gmund am Tegernsee.

Ab 1974: freie wissenschaftliche und schriftstellerische Tätigkeit in Deutschland und Italien

Buchtitel Der Mensch und seine Bilder, 1980

Werner Haftmanns Weggang aus Berlin hatte auch gesundheitliche Gründe. Dennoch kann keine Rede davon sein, dass er sich »zur Ruhe« setzte. Im Gegenteil: In dieser Phase publizierte er wichtige Übersichtswerke, u.a. über Chagall, Willi Baumeister und Ludwig Kasper; es entstanden Neuauflagen der Malerei im 20. Jahrhundert, der Nay- und Chagall-Monografien sowie des Bandes über Kasimir Malewitch und den Suprematismus. Dazu schrieb er zahlreiche Aufsätze in internationalen Kunstzeitschriften, Katalogen und Sammelpublikationen.

1980 veröffentlichte er seine zweite Sammlung von Aufsätzen und Reden zur Kunst des 20. Jahrhunderts Der Mensch und seine Bilder, die erneut von Karl Gutbrod bei DuMont herausgegeben wurde. Die meisten Künstler, denen er sich hier zuwandte, hatte er mit großen Ausstellungen in der Berliner Nationalgalerie bedacht.

zwei Herren und eine Dame Werner Haftmann mit der Malerin Anna-Eva Bergmann, Gattin von Hans Hartung und Teilnehmerin an der documenta-II, sowie Karl Gutbrod, 1974

1986 erschien im selben Verlag anlässlich des 50. Jahrestages der Ausstellung »Entartete Kunst« der umfangreiche Band Verfemte Kunst. Bildende Künstler der inneren und äußeren Emigration in der Zeit des Nationalsozialismus (siehe Literaturverzeichnis), in welchem Haftmann nicht nur die künstlerische, sondern auch die psychische Entwicklung jener Generation aufarbeitete, deren Schaffen zumindest äußerlich zwischen 1933 und 1945 von der Öffentlichkeit abgeschnitten war.

Auch nach seinem Ausscheiden aus öffentlichen Ämtern war Haftmann ein gefragter Gesprächspartner für die Medien. Im ZDF gab er Interviews in der Reihe »Zeugen des Jahrhunderts« (1981) und zur deutschen Kunst im 20. Jahrhundert (1986). Im Deutschlandfunk und Bayerischen Rundfunk stand er 1987 zur verfemten Kunst Rede und Antwort.

Porträt Haftmanns Werner Haftmann Anfang der 1990er Jahre

Die meiste Zeit des Jahres verbrachte er zwischen 1976 und 1986 aber in San Casciano südlich von Florenz, wo er sich ein Haus mietete. Von hier aus betrieb er intensive Forschung zur Renaissance-Kunst Italiens, begleitet von zahllosen Aufenthalten in nahezu alle übrigen Regionen Italiens (siehe auch Italien). Weitere Reisen führten ihn nach Tunesien, nach Thessaloniki und auf den Berg Athos (1985) sowie nach Madrid und Toledo (1990).

1986 löste Werner Haftmann den zweiten Haushalt in Italien auf, zog nach Waakirchen in der Nähe des Tegernsees und heiratete in zweiter Ehe Evelyn Gutbrod, die Nichte Karl Gutbrods. Im selben Jahr erhielt er die Wilhelm Heinse-Medaille der Akademie der Wissenschaft und Literatur in Mainz, der sich 1991 der Bayerische Maximiliansorden für Wissenschaft und Kunst anschloss.

Am 28. Juli 1999 starb Werner Haftmann 87jährig in Gmund am Tegernsee und wurde auf dem Friedhof von Waakirchen beigesetzt. In seiner Grabrede hob Michael Semff nochmals Haftmanns Vielseitigkeit und dessen Eigenschaft als schreibenden Gelehrten hervor: Mit dem Tod von Werner Haftmann erlischt fast vollständig eine ganze Generation bedeutender Geister unseres Fachs.

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